A pile of dry branches next to green leafy bushes.

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Sommerschnitt bei Apfel und Birne: Schritt-für-Schritt-Anleitung für Spalierobst

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Kurzfassung: Der Sommerschnitt bei Apfel- und Birnbäumen, die als Spalier, Kordon oder Fächer gezogen werden, erhält die Form, lässt Sonne ans Obst und legt den Grundstein für die Fruchtknospen des nächsten Jahres. Triebe werden zurückgeschnitten, sobald ihre Basis verholzt ist – in der Regel zwischen Juli und September, je nach Baumform und Witterung.

Warum der Sommerschnitt so wichtig ist

Der Sommerschnitt ist die wichtigste Pflegemaßnahme für alle gebundenen Baumformen wie Kordon, Palmette, Fächerspalier und Spindel.1 Er entfernt neue Triebe und regt die Bildung von Fruchtknospen am verbleibenden Gerüst an.4 Ohne regelmäßigen Schnitt verlieren Spalierobstbäume schnell ihre Form und tragen deutlich weniger Früchte.

Freistehende Halbstämme und Buschbäume werden hingegen nach einem anderen Rhythmus gepflegt – sie werden im Winter geschnitten.1 Wer also einen Apfel- oder Birnbaum als Kordon oder Palmette zieht, sollte den Sommer als Hauptschnittzeit einplanen.

Wann mit dem Schnitt beginnen?

Der richtige Zeitpunkt hängt nicht vom Datum ab, sondern vom Zustand der Neutriebe. Geschnitten wird, sobald das untere Drittel der neuen Triebe fest und verholzt ist.1 Wer zu früh schneidet, bevor diese Verholzung eingesetzt hat, riskiert einen erneuten Austrieb, der dann nochmals geschnitten werden muss.4

In einem heißen, trockenen Sommer tritt die Verholzung früher ein, in einem kühlen, nassen Sommer entsprechend später.4 Birnen sind in der Regel ab Ende Juli schnittreif, Äpfel folgen Mitte bis Ende August.1 In kühleren, nördlicheren Lagen verzögert sich dieser Zeitpunkt um etwa zehn Tage.1

Wer einen zweiten Austriebsschub vermeiden möchte, kann auch bis September warten – dann haben sich an den Triebspitzen bereits größere Endknospen gebildet und das Wachstum ist vollständig abgeschlossen.1

Was gilt als gebundene Baumform?

Gebundene Baumformen – Kordon, Palmette, Fächerspalier, Stufenkordon, Spindel und Pyramide – werden flach oder schmal an einer Mauer, einem Zaun oder einem Drahtgerüst erzogen.14 Sie sind sehr ertragreich und dekorativ und erleichtern Arbeiten wie die Ernte erheblich.4 Genau diese Erziehungsform wird durch den Sommerschnitt erhalten.

So wird geschnitten: Die wichtigsten Schritte

  1. Triebe auf Schnittreife prüfen. Den Ansatz eines neuen Seitentriebs zwischen Daumen und Zeigefinger drücken. Fühlt sich das untere Drittel fest und holzig an statt weich und grün, ist der Trieb bereit.1
  2. Seitentriebe einkürzen. Die in dieser Saison neu gewachsenen Triebe so zurückschneiden, dass Fruchtknospen am verbleibenden Astgerüst entstehen können.4 Systematisch entlang jedes Leitastes vorgehen, damit kein Trieb übersehen wird.
  3. Sekundärtriebe beachten. Manchmal treiben früher im Sommer bereits geschnittene Stellen nochmals aus. Auch diese Sekundärtriebe einkürzen und dabei nur ein bis zwei Blätter oberhalb des Blattbüschels an der Basis stehen lassen.6
  4. Werkzeug kontrollieren. Saubere, scharfe Gartenschere verwenden. Stumpfe Klingen quetschen den Ast, anstatt ihn sauber zu schneiden – das verzögert die Wundheilung und macht den Baum anfälliger für Krankheiten.
  5. Schnittgut entfernen. Das abgeschnittene Material vom Baumfuß wegräumen, um das Risiko von Pilzerkrankungen zu verringern.

Den letzten Schnitt richtig timen

Das Warten bis September hat einen echten Vorteil: Die Triebe haben dann aufgehört zu wachsen, sodass ein später Schub aus weichem Neuwuchs vor dem Winter unwahrscheinlicher wird.1 Größere Endknospen bedeuten außerdem, dass jeder eingekürzte Trieb besser darauf vorbereitet ist, im nächsten Jahr eine Fruchtknospe zu bilden.1

Auch das Wetter sollte im Blick behalten werden. Eine Wärmeperiode nach dem Schnitt kann auch noch im Spätsommer neues Wachstum auslösen – daher den Baum einige Wochen nach jedem Schnittgang kontrollieren.4

Was im nächsten Jahr zu erwarten ist

Das eigentliche Ziel des Sommerschnitts ist der Aufbau kurzer, kompakter Fruchtspornen am Erziehungsgerüst. Jedes Jahr kürzt der Sommerschnitt den Neutrieb ein und lenkt die verbleibenden Knospen in Richtung Fruchtholz.4 Ein über mehrere Jahre gut gepflegter Kordon oder Palmette entwickelt ein dichtes Netz aus Fruchtsporen – reich an Blüten und später an Früchten.

Der Sommerschnitt öffnet außerdem die Krone, damit Sonnenlicht an die reifenden Früchte gelangt.1 Mehr Licht bedeutet bessere Färbung, besseres Aroma und eine gleichmäßigere Reife vor der Ernte.

Sicherheit und Werkzeug

Beim Schneiden entstehen scharfe Abschnitte – Schutzhandschuhe tragen, besonders bei dornigen oder raubrindigen Ästen. Wer nach dem Schnitt Wundverschlussmittel oder Baumwachs aufträgt, sollte die Produktanleitung genau befolgen und das Mittel von Kindern und Haustieren fernhalten, bis es vollständig getrocknet ist.

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Quellen / Referenzen

  1. Apples and pears: summer pruning | RHS Advice (rhs.org.uk)
  2. Summer Pruning Apples and Pears - Botanics Stories (stories.rbge.org.uk)
  3. Apples & pears: the summer cut, not the winter one - Cresco Pruning (cresco-pruning.com)