A close up of a spider on a leaf

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Spinnmilben im Gewächshaus: Praktischer Ratgeber für den Juli

Photo by Pavel Avakumov on Unsplash

Kurzfassung: Die Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae) liebt Hitze und Trockenheit — genau die Bedingungen, die Gewächshäuser und Folientunnel im Sommer bieten.1 Frühzeitig erkennen durch Kontrolle der Blattunterseiten, Luftfeuchtigkeit erhöhen und mit biologischen Mitteln oder Schmierseife handeln, bevor sich die Population unkontrolliert vermehrt.

Warum Spinnmilben im geschützten Anbau so gut gedeihen

Spinnmilben sind keine Insekten — sie gehören zu den Spinnentieren und sind damit näher mit Spinnen verwandt als mit Käfern oder Blattläusen.11 Sie haben vier Beinpaare, keine Fühler und einen einzigen ovalen Körper.11

Sie gedeihen bei Hitze und Trockenheit und befallen viele Zier- und Nutzpflanzen.2 Gewächshäuser und Folientunnel stauen die Wärme und reduzieren den Luftaustausch — ideale Bedingungen für Spinnmilben.4

Die Milben verstecken sich auf den Blattunterseiten und saugen dort Zellsaft.4 Dadurch werden die Blattoberseiten hell und fleckig — ein Symptom, das viele Hobbygärtner mit einem Nährstoffmangel verwechseln.4

Spinnmilbenbefall erkennen: So sieht der Schaden aus

Es gibt drei eindeutige Anzeichen. Das erste sind helle, weißliche oder gelbliche Tupfen auf den Blattflächen — sogenannte Saugflecken —, wo die Milben das grüne Blattgewebe zerstört haben.2 Bei starkem Befall verlieren die Blätter fast ihre gesamte grüne Farbe.2

Das zweite Anzeichen ist feines Spinngewebe auf und unter den Blättern.10 Sobald Gespinste sichtbar sind, ist die Kolonie bereits groß.4

Das dritte Anzeichen sind die Milben selbst. Sie sind weniger als 1 mm groß und leicht zu übersehen.8 Schaut man genau auf die Unterseite eines befallenen Blattes, können die winzigen, sich bewegenden Pünktchen Spinnmilben sein.8

Der Schaden beginnt typischerweise im unteren Bereich der Pflanze und breitet sich nach oben aus, während die Population wächst.2 Deshalb zuerst die unteren Blätter kontrollieren.2

Trotz des Namens ist die Rote Spinne im Sommer meist gelblich oder hellgrün gefärbt.4 Die rötliche Färbung zeigt sich erst im Herbst.4 Im Sommer also nach hellen oder grünlichen Pünktchen Ausschau halten — nicht nach knallroten Punkten.

Welche Pflanzen besonders gefährdet sind

Die Gemeine Spinnmilbe befällt eine breite Palette von Pflanzen.2 Im geschützten Anbau sind Auberginen besonders beliebt.8 Auch Gurken, Tomaten, Paprika und viele Zierpflanzen werden häufig befallen.1

Trockenstressgepflagte Pflanzen sind besonders anfällig.3 Regelmäßiges Gießen beugt Stress vor und macht die Pflanzen weniger attraktiv für Milben.

Schritt 1 — Wöchentliche Kontrolle

Gehen Sie bei warmem Wetter regelmäßig durch Ihr Gewächshaus oder Ihren Folientunnel. Blätter umdrehen und die Unterseiten inspizieren. Beginnen Sie mit den unteren Blättern, da der Befall dort anfängt.2

Zeigen sich helle Flecken, nach Gespinsten und winzigen beweglichen Pünktchen suchen.8 Frühzeitig erkannter Befall gibt mehr Handlungsoptionen, bevor sich die Kolonien ausbreiten.

Schritt 2 — Luftfeuchtigkeit erhöhen

Da Spinnmilben Hitze und Trockenheit lieben, ist das Erhöhen der Luftfeuchtigkeit eine der einfachsten vorbeugenden Maßnahmen.2 An heißen Tagen den Boden und die Anzuchtbänke im Gewächshaus befeuchten. Feuchte Luft verlangsamt die Vermehrung der Milben.

Trockenstressgeplagte Pflanzen werden von Spinnmilben leicht geschädigt.3 Gleichmäßig gießen und nicht warten, bis das Substrat zwischen den Wassergaben vollständig austrocknet.

Schritt 3 — Milben von Hand abwaschen

Bei leichtem Befall löst ein kräftiger Wasserstrahl auf die Blattunterseiten die Milben ab und zerstört das Gespinst.9 Diese chemikalienfreie Erstmaßnahme schont die Pflanze und reduziert den Befall sofort.

Stark befallene Blätter sauber entfernen und weit vom Anbaubereich entsorgen. Stark befallenes Material nicht kompostieren.

Schritt 4 — Schmierseife oder Insektizidseife einsetzen

Insektizidseife bzw. Kaliseife ist ein anerkanntes Mittel gegen Spinnmilben.9 Sie wirkt durch Kontakt, daher ist eine gründliche Benetzung der Blattunterseiten entscheidend.

Bei der Behandlung von Gemüse prüfen, ob das Produkt für Nutzpflanzen zugelassen ist, und behandelte Pflanzen bis zur Abtrocknung von Kindern und Haustieren fernhalten.

Schritt 5 — Nützlinge einsetzen

Breit wirksame Pestizide, die gegen andere Schädlinge eingesetzt werden, können Spinnmilbenpopulationen begünstigen, indem sie die natürlichen Gegenspielern der Milben vernichten.3 Biologische Schädlingsbekämpfung umgeht dieses Problem vollständig.

Ein vielfältiger Garten mit vielen Stauden fördert natürliche Nützlingspopulationen.3 Im Gewächshaus können gezielt käufliche Nützlinge ausgebracht werden.

Florfliegen sind ein Beispiel für Nützlinge, die Spinnmilben fressen.9 Sie sind bei Nützlingslieferanten erhältlich und können im Gewächshaus oder Folientunnel eingesetzt werden.

Nützlinge so früh wie möglich einsetzen, bevor der Befall stark wird.

Schritt 6 — Chemische Mittel als letzter Ausweg

Falls andere Methoden einen starken Befall nicht eindämmen konnten, kann ein zugelassenes Akarizid (Milbenmittel) eine Option sein. Die Gebrauchsanleitung des Herstellers stets genau befolgen.1

Alle Hinweise auf dem Etikett beachten, einschließlich etwaiger Einschränkungen in der Nähe von Gewässern oder Wildtieren.

Bestimmte breit wirksame Mittel gegen andere Schädlinge können das Spinnmilbenproblem verschlimmern, weil sie natürliche Feinde abtöten.3 Gezielte, schonende Produkte sind vorzuziehen.

Den nächsten Befall verhindern

Sorgfältige Anbauhygiene verringert die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Befalls. Pflanzenreste am Saisonende entfernen — Spinnmilben können an geschützten Stellen überwintern.5 Der Schädling ist vor allem von März bis Oktober aktiv.5

Neue Pflanzen vor dem Einbringen ins Gewächshaus zu isolieren, ist eine sinnvolle Gewohnheit.9 Eine zweiwöchige Quarantäne ermöglicht es, versteckten Schädlingsbefall zu entdecken, bevor er sich auf den Bestand ausbreitet.

Auch gleichmäßiges Gießen die ganze Saison über ist wichtig. Trockenstressgeplagte Pflanzen sind weitaus anfälliger für Spinnmilbenschäden.3

Schnell-Checkliste auf einen Blick

  • Blattunterseiten wöchentlich kontrollieren, unten beginnen.2
  • Nach hellen Saugflecken, feinem Gespinst und winzigen beweglichen Pünktchen suchen.8
  • An heißen Tagen Boden und Anzuchtbänke befeuchten, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen.2
  • Gleichmäßig gießen — Trockenstress macht Pflanzen anfällig.3
  • Milben als Erstmaßnahme mit Wasserstrahl abspülen.9
  • Kaliseife oder Insektizidseife auftragen, Etikett beachten.9
  • Nützlinge frühzeitig einsetzen.9
  • Breit wirksame Pestizide vermeiden, die Nützlinge vernichten.3
  • Pflanzenreste am Saisonende entfernen, um Überwinterungsorte zu reduzieren.5

Siehe auch: Weitere Ratgeber

Quellen / Referenzen

  1. Spider Mite Guide (gardenplanner.almanac.com)
  2. How to recognize and manage spider mites in the home garden | OSU Extension Service (extension.oregonstate.edu)
  3. How to recognize and manage spider mites in the home garden | Servicio de Extensión de OSU (extension.oregonstate.edu)
  4. Spider Mite Control for Organic Gardeners (gardenplanner.almanac.com)
  5. Glasshouse Red Spider Mite: Prevention Tips | RHS Advice (rhs.org.uk)
  6. Wednesday Wigglers ~ Red Spider Mite (greensideup.ie)
  7. Super Simple Spider Mite Control and Prevention (youtube.com)
  8. Natural methods to control red spider mites in gardens (facebook.com)
  9. Spider Mites and Their Control | CFAES Knowledge Hub (cfaes.osu.edu)