A close up of a leaf on a tree

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Kraut- und Braunfäule bei Tomaten und Kartoffeln erkennen und bekämpfen

Photo by Sudheer Kumar on Unsplash

Die Kraut- und Braunfäule ist eine schnell fortschreitende, pilzähnliche Erkrankung, die Tomaten und Kartoffeln befällt und einen Bestand innerhalb weniger Tage vollständig vernichten kann.1

Was verursacht die Kraut- und Braunfäule

Die Kraut- und Braunfäule, oft auch als Tomatenfäule oder Kartoffelfäule bezeichnet, wird durch den Erreger Phytophthora infestans ausgelöst.1 Er gehört zu einer Gattung, die zahlreiche Pflanzenkrankheiten verursacht, und befällt Tomaten wie Kartoffeln gleichermaßen, da beide zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) und zur selben Gattung Solanum gehören.1

Auslöser ist kein echter Pilz, sondern ein Eipilz (Oomycet) – ein pilzähnlicher Wasserschimmel –, der sich rasant über Blätter und Früchte ausbreitet.1,,4 Derselbe Erreger befällt sowohl das Laub und die Früchte von Tomaten als auch das Kraut und die Knollen von Kartoffeln und führt dort zu Fäulnis und Zusammenbruch des Gewebes.4,,5

Diese Krankheit hat historisch enorme Bedeutung: Die Kraut- und Braunfäule löste in den 1840er Jahren die große irische Hungersnot aus.1 Die Kartoffelfäule ist bis heute untrennbar mit dieser Hungersnot verbunden, der schätzungsweise rund eine Million Menschen zum Opfer fielen.7

Warum warm-feuchtes Wetter entscheidend ist

Die Kraut- und Braunfäule gedeiht bei warm-feuchter Witterung, und bei anfälligen Freiland-Tomatensorten kann ein Befall nahezu zum Totalausfall der Ernte führen.4 Tomaten im Gewächshaus oder unter Folie sind besser geschützt, können aber ebenfalls stark betroffen sein.4

Die Sporen breiten sich bei warm-feuchter Witterung am schnellsten aus: Ab etwa 10 °C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von über 90 % über rund 48 Stunden hinweg beginnt die kritische Phase. Gärtner sprechen hier von einer sogenannten Smith-Periode, nach der ein Ausbruch häufig innerhalb von sieben bis zehn Tagen folgt. Behalten Sie bei mildem, feuchtem Wetter – besonders ab dem Frühsommer – unbedingt die lokale Wettervorhersage im Blick.4

Frühe Anzeichen erkennen

Achten Sie auf dunkelbraune, wasserdurchtränkte Flecken auf den Blättern, oft mit einem hellen Rand. Befallenes Laub verfärbt sich typischerweise braun und welkt, und bei hoher Luftfeuchtigkeit kann sich auf der Blattunterseite ein feiner, weißer Schimmelbelag zeigen.4

Ein fauliger Geruch ist ein weiteres verräterisches Zeichen, zusätzlich zu den sichtbaren Blattschäden. An Früchten und Knollen zeigt sich die Krankheit als Fäulnis und Verrottung, nicht nur als oberflächliche Fleckenbildung.4,,5

Kontrollieren Sie Ihre Pflanzen regelmäßig, sobald warm-feuchtes Wetter einsetzt – die Krankheit tritt nicht jedes Jahr auf, kann bei günstigen Bedingungen aber verheerende Ausmaße annehmen.1 Die Kartoffelfäule gilt nach wie vor als die schwerwiegendste und schädlichste Krankheit dieser Kulturpflanze.5

So schützen Sie Ihre Pflanzen

Setzen Sie, wo verfügbar, auf resistente Sorten – die Züchtung widerstandsfähiger Sorten zählt zu den zuverlässigsten langfristigen Schutzmaßnahmen gegen diese Krankheit.8 Eine gute Luftzirkulation rund um die Pflanzen sorgt zudem dafür, dass das Laub nach Regen oder Bewässerung schneller abtrocknet, wodurch dem Erreger das feuchte Milieu entzogen wird, das er zum Überleben braucht.

Gute Durchlüftung und eine Bewässerung direkt am Wurzelbereich statt von oben helfen ebenfalls, das Laub trocken zu halten und die Luftfeuchtigkeit zu senken.

Bei verdächtigen Flecken sollten Sie befallenes Laub umgehend entfernen und vernichten – nicht kompostieren –, da sich der Erreger über infiziertes Pflanzenmaterial weiterverbreitet.7 Reinigen Sie Ihr Werkzeug zwischen den einzelnen Pflanzen, um eine Übertragung der Sporen auf feuchtem Laub zu vermeiden.

Kupferhaltige Fungizide können einen gewissen vorbeugenden Schutz bieten, wirken aber am besten, wenn sie präventiv vor dem Auftreten von Symptomen ausgebracht werden – nicht erst nach einer bereits erfolgten Infektion.

Günstige Maßnahmen für Hobbygärtner

Die Wahl resistenter Sorten beim Pflanzen kostet nicht mehr als der Kauf jeder anderen Saat oder Jungpflanze und ist die günstigste Form des langfristigen Schutzes, die Hobbygärtnern zur Verfügung steht.8 Ausreichende Pflanzabstände und eine Bewässerung am Wurzelbereich sind kostenlose Maßnahmen, die die Luftfeuchtigkeit rund um das Laub senken.

Befallenes Material umgehend zu entfernen und zu entsorgen kostet nichts außer Aufmerksamkeit und begrenzt, wie weit sich Sporen zu gesunden Nachbarpflanzen ausbreiten können.7 Auch biologische Ansätze zur Schädlings- und Krankheitsbekämpfung werden zunehmend erforscht, um die Abhängigkeit von chemischen Mitteln zu verringern.7

Häufige Fehler vermeiden

Kompostieren Sie befallenes Laub, befallene Früchte oder Knollen niemals – entfernen und vernichten Sie das Material stattdessen, da sich der Erreger über infiziertes Pflanzenmaterial ausbreitet.7

Pflanzen Sie Tomaten und Kartoffeln nicht zu dicht: Eine gute Luftzirkulation lässt das Laub schneller abtrocknen und entzieht dem Erreger das feuchte Milieu, das er braucht – besonders während einer Smith-Periode mit anhaltend warm-feuchter Witterung.

Kupferfungizide wirken als vorbeugende Maßnahme vor einer Infektion, nicht als Heilmittel, wenn Flecken und Fäulnis bereits sichtbar sind.

Ein Hinweis zum regionalen Risiko

Die Kraut- und Braunfäule tritt nicht überall jedes Jahr auf, doch das Risiko schwankt je nach Wetterlage von Saison zu Saison und von Region zu Region.1,,3 Wer während warm-feuchter Wetterphasen lokale Ausbruchsmeldungen und Wetterdaten im Blick behält, verschafft sich einen entscheidenden Vorsprung, um Pflanzen zu schützen, bevor Symptome überhaupt sichtbar werden.3

Checkliste zum schnellen Nachschlagen

  • Lernen Sie, dunkle, wasserdurchtränkte Blattflecken und weißen Schimmel auf der Blattunterseite frühzeitig zu erkennen.
  • Achten Sie auf warme Witterung ab etwa 10 °C in Kombination mit über 90 % Luftfeuchtigkeit über rund 48 Stunden.
  • Wählen Sie beim Pflanzen resistente Tomaten- und Kartoffelsorten.8
  • Pflanzen Sie mit ausreichend Abstand für gute Luftzirkulation und gießen Sie am Wurzelbereich, nicht von oben.
  • Entfernen und vernichten Sie befallenes Laub, befallene Früchte oder Knollen – niemals kompostieren.7
  • Reinigen Sie Ihr Werkzeug bei feuchter Witterung zwischen den Pflanzen.
  • Bei Einsatz kupferhaltiger Fungizide: vorbeugend vor Symptombeginn anwenden und stets die Produktangaben beachten; von Kindern, Haustieren und Gewässern fernhalten.
  • Prüfen Sie während warm-feuchter Wetterphasen regionale Berichte zum Braunfäule-Risiko.3

Quellen / Referenzen

  1. Late Blight Disease of Tomato and Potato Plants | Almanac.com (almanac.com)
  2. Shifting frontlines: How climate change is redrawing the potato disease ... (potatonewstoday.com)
  3. Tomato Blight: Symptoms & Control | RHS Advice (rhs.org.uk)
  4. Potato blight: Symptoms & Control | RHS Advice (rhs.org.uk)
  5. Late blight: symptoms, cycle & control methods (bioprotectionportal.com)
  6. Advances in Sustainable Management of Potato Late Blight ( (link.springer.com)