Warum Bestäuber im Garten jetzt so wichtig sind
Der Juni mit seinen langen Tagen rund um die Sommersonnenwende ist eine entscheidende Zeit für die Insekten, die unsere Ernährung und unsere Landschaften sichern. Wildbestäuber wie Bienen, Schmetterlinge, Schwebfliegen und Nachtfalter sind in den letzten Jahrzehnten in ganz Europa stark zurückgegangen – sowohl in der Zahl als auch in der Artenvielfalt.[1] Wer versteht, was auf dem Spiel steht – und was im eigenen Garten möglich ist –, hat den ersten Schritt zu einem wirksamen Beitrag getan.
Etwa vier von fünf Nutzpflanzen- und Wildblumenarten sind auf tierische Bestäubung angewiesen.[1] Diese eine Zahl zeigt, wie wichtig jeder Gartenwinkel ist: Jedes Blumenbeet und jede ungekürzte Hecke ist Teil eines größeren Systems, das unsere Lebensmittelversorgung und unsere Natur am Leben erhält.
Das Ausmaß des Problems
Jede dritte Bienen-, Schmetterlings- und Schwebfliegenart ist nachweislich auf dem Rückzug in Europa.[1] Besonders alarmierend: Jede zehnte Bienen- und Schmetterlingsart ist vom Aussterben bedroht.[1] Die EU-Biodiversitätsstrategie 2030 und die EU-Bestäuberinitiative haben sich offiziell verpflichtet, den Rückgang der Wildbestäuber bis 2030 umzukehren.[1]
Diese Zahlen sind keine abstrakten Politikziele – sie beschreiben die Bienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen, deren Verschwinden die Ernährungssicherheit und das Überleben vieler Pflanzenarten gefährdet.[1] Wer eine Schwebfliege über einer Blüte beobachtet oder eine Hummel beim Bestäuben eines Kleefeldes, erlebt diesen europaweiten Zusammenhang hautnah im eigenen Garten.
Was du in deinem Garten tun kannst
Maßnahmen zum Schutz von Bestäubern lassen sich im eigenen Garten umsetzen – aber auch auf Gemeinschaftsflächen in der Nachbarschaft und im weiteren Umfeld.[2] Der Juni ist ein guter Zeitpunkt zum Handeln, denn selbst kleine Veränderungen im eigenen Außenbereich können zur großräumigen Bestäuberpflege beitragen.[2]
Pflanzenauswahl
Wähle offene, einfach gefüllte Blütensorten statt dicht gefüllter Züchtungen, bei denen Pollen und Nektar für Insekten oft nicht zugänglich sind. Wer eine Ecke des Rasens länger wachsen lässt, gibt Wildpflanzen die Möglichkeit zu blühen und bietet Insekten zusätzliche Nahrungsquellen.
Struktur und Rückzugsorte
Ein Garten mit abwechslungsreicher Struktur – hohe Pflanzen, niedrige Bodendecker, offene Bodenstellen und Wasserstellen – beherbergt mehr Arten als ein gleichmäßig gepflegter. Lass trockene, offene Bodenstellen unangetastet: Solitärbienen nisten im Boden und brauchen unbewachsene Erde. Eine flache Schale mit Wasser und einigen Kieselsteinen als Landehilfe bietet Bienen, Schwebfliegen und Schmetterlingen an warmen Tagen eine Trinkmöglichkeit.
Weniger Pestizide einsetzen
Verzichte während der Blütezeit auf Insektizide – besonders auf systemische Mittel, die im Pflanzengewebe verbleiben und den Pollen sowie Nektar belasten, den Insekten sammeln.
Gartenwildleben jenseits der Insekten
Wer Bestäuber fördert, tut gleichzeitig etwas für die gesamte Gartenbiodiversität.
Der Juni markiert auch die Periode rund um die Sonnenwende, wenn die Tage auf der Nordhalbkugel am längsten sind.[5] Für die Tierwelt im Garten bieten diese langen, warmen Tage eine ausgedehnte Phase voller Wärme und Licht – und machen den Juni zum idealen Zeitpunkt, den Garten als Lebensraum für Bestäuber und die von ihnen abhängigen Arten zu stärken.
Was du in den nächsten Wochen im Blick behalten solltest
Der praktische Fahrplan für Hobbygärtner im Juni ist klar: mehr Blühpflanzen setzen, Störungen reduzieren, Chemie zurückfahren und bewusst wilde Ecken lassen. Ohne dauerhaften Lebensraum auf Gartenebene bleiben breitere Naturschutzziele Wunschdenken. Jeder Garten ist ein Knotenpunkt in einem Netzwerk – und der Juni, mit seinen langen warmen Tagen und dem Höhepunkt der Insektenaktivität, ist der beste Moment, diese Verbindung zu stärken.
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