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Stecklinge von Rosmarin, Lavendel und Kräutern richtig ziehen

Photo by Manuela Böhm on Unsplash

Warum halbverholzte Stecklinge nehmen?

Für halbverholzte Kräuterstecklinge verwenden Sie junge Triebe, die bereits etwas fester geworden, aber noch gut bewurzelungsfähig sind. So können Sie aus kräftigen Mutterpflanzen neue Kräuter ziehen, zum Beispiel Zitronenverbene, Rosmarin und Lavendel.1

Besonders sinnvoll sind halbverholzte Stecklinge gegen Ende des Sommers und im Herbst. Die jungen Pflanzen können im kalten Gewächshaus oder auf einer warmen Fensterbank überwintern und in der folgenden Saison weiterwachsen.1

Die Methode eignet sich außerdem, um wertvolle, verholzende Kräuter zu sichern, die alt oder durch späte Frühjahrsfröste gefährdet sind. Niedrig wachsende oder kriechende Kräuter lassen sich oft stattdessen durch Teilen vermehren.1

Trieb auswählen und vorbereiten

Beginnen Sie mit einem gesunden Trieb einer kräftigen Kräuterpflanze. Schneiden Sie die Stecklinge am besten morgens, weil die Pflanze dann gut mit Wasser versorgt ist.3

Halten Sie den Steckling während der Arbeit frisch. Der Trieb darf nicht austrocknen, bevor er in die Erde kommt und mit der Wurzelbildung beginnen kann.1

Rosmarin, Lavendel, Zitronenverbene, Salbei und Thymian gehören zu den Kräutern, die sich auf diese Weise häufig über Stecklinge vermehren lassen.15

Wählen Sie einen Trieb, der weder sehr weich noch vollständig verholzt ist. Halbverholztes Wachstum liegt zwischen diesen beiden Stadien. Daher spricht man von halbverholzten Stecklingen.1

Anzuchterde vorbereiten

Verwenden Sie spezielle Anzuchterde oder Stecklingserde als Bewurzelungssubstrat. Halbverholzte Stecklinge können in eine Multitopfplatte oder einen kleinen Topf mit dieser Erde gesteckt werden.4

Eine Multitopfplatte ist ein Gefäß mit einzelnen Pflanzzellen. So bleibt jeder Steckling in seinem eigenen Bereich, während sich die ersten Wurzeln bilden.4

Stechen Sie vor dem Einpflanzen mit einem Pikierstab oder Bleistift ein Loch in die Erde. Ein Pikierstab ist ein kleines, spitzes Gartenwerkzeug, mit dem sich Pflanzlöcher anlegen lassen, ohne den Steckling durch die Erde zu drücken.2

Das vorgebohrte Loch erleichtert das Einsetzen des Stecklings. Bereiten Sie die Erde vor dem Schneiden vor, damit der Steckling möglichst kurz der Luft ausgesetzt ist.2

Stecklinge einpflanzen

Setzen Sie den Steckling in das vorbereitete Loch. Achten Sie darauf, dass keine Blätter die Erde berühren oder unter der Erdoberfläche liegen.2

Kontrollieren Sie, dass keine Blätter die Erde berühren oder darin stecken. Das Laub bleibt oberhalb der Oberfläche, während der untere Teil des Stecklings in der Erde sitzt.2

Die richtige Position ist wichtig: Der Steckling muss guten Kontakt zur Erde haben, während die Blätter frei bleiben. Bei halbverholzten Kräuterstecklingen kommt es besonders auf frisches Schnittgut, passende Anzuchterde und die richtige Pflanztiefe an.1

Verwenden Sie eine Multitopfplatte oder einen kleinen Topf mit Anzuchterde oder Stecklingserde. Setzen Sie die Pflanzen nicht zu dicht, denn die Blätter sollten weder die Erde berühren noch darin vergraben sein.24

Im Winter schützen

Wenn es im Herbst kälter wird, profitieren junge Kräuterpflanzen von einem geschützten Platz im kalten Gewächshaus oder auf einer warmen Fensterbank.1

Der Schutz hilft dabei, kräftige Jungpflanzen für die nächste Gartensaison heranzuziehen. Außerdem bleiben empfindliche Kräuter erhalten, wenn winterliche Kälte und Nässe ihnen schaden könnten.1

Wählen Sie den Schutz passend zu Ihren Bedingungen und beobachten Sie Stecklinge regelmäßig. Eine warme Fensterbank und ein kaltes Gewächshaus bieten unterschiedliche Temperaturen und Lichtverhältnisse. Kontrollieren Sie deshalb Erde und Laub und behandeln Sie nicht jeden Topf gleich.1

Halten Sie Kinder und Haustiere von Gartenmaterialien und Pflanzgefäßen fern. Lesen Sie bei gekaufter Erde oder Pflanzenbehandlung das Etikett und beachten Sie die örtlichen Hinweise, bevor Sie die Produkte im Haushalt verwenden.1

Wurzeln kontrollieren

Die Bewurzelung braucht Zeit. Vermeiden Sie es deshalb, die Stecklinge ständig herauszuziehen. Zur Methode gehört auch, zu prüfen, woran Sie einen bewurzelten Steckling erkennen und wie Sie ihn anschließend weiterpflegen.1

Sobald die Stecklinge Wurzeln gebildet haben, können Sie sie in größere Töpfe oder ins Beet umpflanzen.3

Gehen Sie beim Umpflanzen vorsichtig vor, damit die jungen Wurzeln am Steckling bleiben. Setzen Sie das junge Kraut erst dann an seinen endgültigen Platz, wenn es ausreichend bewurzelt ist.3

Beschriften Sie jede Pflanze mit ihrem eindeutigen deutschen Namen. Bei Kräutern mit leicht verwechselbaren Bezeichnungen ergänzen Sie vor dem Weitergeben oder Umpflanzen den botanischen Namen vom Pflanzenetikett.1

Mehrere Kräuter vermehren

Rosmarin und Lavendel eignen sich gut zum Üben, weil sie ausdrücklich zu den Kräutern gehören, die sich über halbverholzte Stecklinge vermehren lassen.1

Auch Zitronenverbene ist eine gute Möglichkeit, wenn Sie eine wertvolle Kräuterpflanze vervielfältigen möchten. Entscheidend sind frisches Schnittgut, passende Anzuchterde und ein geschützter Platz zum Überwintern.1

Salbei und Thymian werden ebenfalls häufig über Stecklinge vermehrt.5

Schneiden Sie mehrere Stecklinge, wenn genügend gesundes Material vorhanden ist. So erhöhen Sie die Chance auf bewurzelte Jungpflanzen und können die Methode einfach wiederholen.5

Ein einfacher Ablauf im Herbst

Wenn es im Herbst kälter wird, prüfen Sie Ihre Kräuter und suchen Sie gesunde Triebe für die Vermehrung aus. Schneiden Sie morgens, halten Sie die Stecklinge frisch und bereiten Sie die Anzuchterde vor dem Einpflanzen vor.13

Stechen Sie jedes Pflanzloch mit einem Pikierstab oder Bleistift vor, setzen Sie den Steckling ein und kontrollieren Sie, dass keine Blätter die Erde berühren oder darin liegen. Stellen Sie die Gefäße an einen geschützten Platz, an dem die Stecklinge unter den beschriebenen Bedingungen überwintern können.21

Nach der Wurzelbildung pflanzen Sie die neuen Kräuter in Töpfe oder ins Beet. Mit wenigen einfachen Schritten wird aus einer kräftigen Mutterpflanze eine ganze Reihe junger Kräuter für die nächste Saison.31

Quellen / Referenzen

  1. How to Take Semi-Ripe Herb Cuttings | BBC Gardeners World Magazine (gardenersworld.com)
  2. How to take semi-ripe cuttings / RHS (rhs.org.uk)
  3. How to Take Semi-Ripe Cuttings from Herbs (duirdesign.ie)
  4. How To Take Semi-Ripe Cuttings - Amateur Gardening (amateurgardening.com)
  5. How to Grow New Herbs from Cuttings (growveg.co.uk)