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Wintergemüse anbauen: Das ganze Jahr frisch ernten – auch in der Kälte

Photo by Sharon Pittaway on Unsplash

Kurz zusammengefasst: Mit den richtigen robusten Sorten, dem passenden Aussaatzeitpunkt und gut vorbereiteter Erde kannst du auch im Winter frisches Gemüse ernten. Wer vorausplant, hat selbst in den kältesten Monaten einen ertragreichen Garten.

Warum Wintergemüse anbauen?

Viele Hobbygärtner glauben, im Winter sei das Beet verwaist. Dabei bringt Wintergemüse Leben und Farbe in den Garten, wenn sonst alles kahl aussieht.2 Die Wurzeln der Pflanzen schützen den Boden außerdem vor Nährstoffverlust in der Ruhephase.2

Entscheidend ist vorausschauendes Planen. Wer die richtigen Sorten wählt und das Beet gut vorbereitet, kann von Herbst bis ins frühe Frühjahr regelmäßig ernten.1

Die besten Gemüsesorten für den Winter

Auf bewährte, frostfeste Sorten sollte man setzen. Brokkoli, Rosenkohl, Weißkohl, Grünkohl, Lauch und Pastinaken sind winterharte Gemüsesorten, die Kälte gut vertragen.1 Diese Pflanzen lohnen sich im Beet, auch wenn manche – wie Rosenkohl – viel Platz über einen langen Zeitraum beanspruchen.1

Kälteliebende Gemüsearten wie Spinat, Mangold und Wurzelgemüse eignen sich ebenfalls gut für die Winterernte.3 Viele davon überstehen Temperaturen, die Sommergemüse nicht überlebt.3

Wann aussäen?

Der richtige Zeitpunkt ist alles. August bis September sind die besten Monate, um Wintergemüse auszusäen.2 Wer zu spät sät, riskiert, dass die Pflanzen sich vor dem ersten harten Frost nicht mehr richtig etablieren können.

Manche Sorten wie Pastinaken werden im Frühjahr gesät und bleiben bis zur Winterernte im Boden. Andere, wie Grünkohl, können im Hochsommer angezogen und dann ins Freiland gepflanzt werden. Ein durchdachter Aussaatkalender sorgt dafür, dass immer etwas reif zur Ernte ist.1

Das Beet vorbereiten

Wähle einen offenen, sonnigen Standort mit wasserdurchlässigem Boden. Lockere die Erde gründlich auf und reichere sie mit organischem Material an.1 Staunässe im Winter lässt Wurzeln faulen und ruiniert die gesamte Ernte.

Bei wenig Platz eignen sich Kübel und Töpfe für einige Pflanzen gut.1 Ein Gewächshaus oder Folientunnel ermöglicht es, bestimmte Kulturen zu überwintern und andere früher anzuziehen – eine ganzjährige Beheizung ist jedoch selten wirtschaftlich.1

Schritt für Schritt: So gelingt der Einstieg

  1. Sorten auswählen. Entscheide dich für winterharte Gemüsearten, die zu deinem Platzangebot passen – Grünkohl, Lauch und Pastinaken sind zuverlässige Kandidaten, die Frost ohne Schutz überstehen.1
  2. Boden vorbereiten. Arbeite Kompost oder gut verrotteten Mist ein. Lockerer, gut durchlässiger Boden gibt den Wurzeln den besten Start.1
  3. Zur richtigen Zeit aussäen. Die meisten Wintergemüsesorten zwischen August und September aussäen.2 So haben die Pflanzen genug Zeit, sich zu etablieren.
  4. Empfindliche Pflanzen schützen. Schutzhauben, Vlies oder ein Frühbeet schützen vor starkem Frost. Ein Gewächshaus oder Folientunnel erweitert die Möglichkeiten erheblich.1
  5. Gezielt gießen. Zu viel Wasser bei Kälte und Nässe fördert Fäulnis. Lieber den Feuchtigkeitsgehalt der Erde prüfen, statt nach festem Plan zu gießen.
  6. Regelmäßig ernten. Reifes Gemüse zeitnah ernten. Regelmäßiges Pflücken regt manche Pflanzen zur weiteren Produktion an und verhindert, dass die Ernte ungenutzt bleibt.

Gewächshaus und Folientunnel nutzen

Ein Gewächshaus oder Folientunnel eröffnet deutlich mehr Möglichkeiten für den Winteranbau. Bestimmte Pflanzen lassen sich dort geschützt überwintern, und frühe Aussaaten können bereits vor der Freilandsaison gestartet werden.1 Schon ein unbeheiztes Gewächshaus bietet wirksamen Schutz vor Frost und Wind.

Übermäßige Beheizung sollte man vermeiden. Eine ganzjährige Beheizung für üppige Winterernten ist selten rentabel – besser auf frostharte Sorten setzen, die nur Frostschutz brauchen, keine Wärme.1

Lagerfähiges Wintergemüse

Nicht jede Winterernte bedeutet, frisch aus dem Beet zu ernten. Viele Gemüsesorten, die im Sommer und Herbst angebaut werden, lassen sich einlagern und über die kalten Monate hinweg aufbrauchen.1 Pastinaken zum Beispiel bleiben oft im Boden und werden bei Bedarf gestochen – Frost verbessert ihren Geschmack sogar, weil Stärke in Zucker umgewandelt wird.

Wurzelgemüse wie Karotten und Pastinaken halten sich gut an einem kühlen, dunklen Ort.3 Vor dem Einfrieren des Bodens ernten und dann in Kisten mit leicht feuchtem Sand einlagern – so bleiben sie wochenlang frisch.

Praktische Tipps für die Winterernte

Die meisten Gärtner möchten ihre Anbausaison so weit wie möglich ausdehnen. Mit Herbst- und Wintergemüse lässt sich auch dann Nahrung produzieren, wenn die meisten anderen Kulturen eingegangen sind oder einfach nicht keimen.5

Was du anbaust, hängt von deiner Klimazone, dem verfügbaren Platz und deinen persönlichen Vorlieben ab.3 Passe deine Sortenwahl daran an, wie kalt deine Winter typischerweise werden – manche Sorten vertragen starken Frost problemlos, andere brauchen leichten Schutz.

Schnellübersicht: Wintergemüse auf einen Blick

  • Grünkohl — extrem winterhart; Blätter nach Bedarf durch den Winter ernten1
  • Lauch — bleibt im Boden bis zur Verwendung; frostunempfindlich1
  • Rosenkohl — braucht viel Platz, lohnt sich aber allemal1
  • Pastinaken — im Boden lassen; Geschmack verbessert sich nach Frost1
  • Kohl — viele Sorten speziell für die Winterernte gezüchtet1
  • Spinat und Mangold — mehrfach erntebar; vertragen Kälte gut3

Winter bedeutet kein leeres Gemüsebeet. Mit etwas Planung und den richtigen Kulturen bleibt dein Garten auch in den kältesten Monaten produktiv.

Siehe auch: Weitere Ratgeber

Quellen / Referenzen

  1. Vegetables: Growing for Winter | RHS Advice (rhs.org.uk)
  2. Winter Vegetables - Top 10 to Grow in the UK (theallotmentgarden.co.uk)
  3. Winter Gardening & Winter Plants (gardensall.com)
  4. 10 Best Vegetables Growing In Winter - A Green Hand (agreenhand.com)