Erst prüfen, was überhaupt Wasser braucht
Nicht jede Pflanze im Garten muss regelmäßig gegossen werden — aber manche schon. Eingewachsene Bäume, Sträucher und Stauden, die zum Standort passen, brauchen in der Regel keine zusätzliche Bewässerung. 1 Kübelpflanzen, frische Umpflanzungen sowie Obst und Gemüse haben den größten Bedarf — sie brauchen gleichmäßige Feuchtigkeit, um gut zu gedeihen und zu tragen. 1
Gießkanne oder Gartenschlauch?
Die Gießkanne eignet sich ideal für wenige Töpfe oder frisch gesäte Beete, die eine sanfte Bewässerung brauchen. 4 Sie bringt das Wasser gezielt dorthin, wo es gebraucht wird — auch an Stellen, die ein Schlauch nicht erreicht. 4 Der Nachteil: Schwere Kannen verleiten dazu, öfter und dafür weniger zu gießen, was flache Wurzeln fördert und Pflanzen langfristig anfälliger für Trockenheit macht. 4
Mit dem Gartenschlauch lassen sich größere Flächen schnell bewässern. 4 Allerdings landet das Wasser dabei leicht auf dem Laub statt an der Wurzel — und feuchte Blätter begünstigen Pilzkrankheiten. 3 Immer direkt auf den Boden zielen, nicht auf die Pflanze. 3
Tropfbewässerung: Die präzise Lösung
Tropfbewässerung gibt Wasser langsam und gleichmäßig direkt an die Wurzeln ab. 6 Sie eignet sich besonders gut für Sträucher und Kübelpflanzen. 6 In Hochbeeten arbeitet ein Tropfsystem besonders effizient, weil erhöhte Erde schneller austrocknet als Bodenbeete. 7
Die gezielte Abgabe reduziert Verdunstung und verhindert, dass Wasser auf Wegen oder zwischen Unkraut versickert. 6 Die Einrichtung eines Tropfsystems erfordert etwas Planung — aber Pflanzen und Wasserrechnung werden den Unterschied in einem trockenen Sommer spüren.
Wann und wie richtig gießen?
Vor dem Gießen immer die Bodenfeuchte prüfen. Gegossen wird nur, wenn sich die Erde zwei bis fünf Zentimeter tief trocken anfühlt. 3 Starres Gießen nach Zeitplan — egal wie das Wetter ist — verschwendet Wasser und kann zu Staunässe führen.
Lieber seltener, dafür langsam und tief gießen als täglich ein bisschen. 3 Tiefes Gießen regt die Wurzeln an, nach unten zu wachsen, was Pflanzen bei Trockenperioden widerstandsfähiger macht. 3 Am besten morgens gießen — das Laub trocknet tagsüber schnell ab und das Risiko für Pilzbefall sinkt. 3
Regenwasser: Die beste kostenlose Ressource
Regenwasser ist die ideale Wahl zum Gießen im Garten. 2 Es ist von Natur aus weich, mineralarm und hat den richtigen pH-Wert für die meisten Pflanzen — auch für Säureliebhaber wie Rhododendron und Kamelien. 2 Leitungswasser, besonders in Regionen mit hartem Wasser, enthält Mineralien, die den pH-Wert des Bodens erhöhen und die Nährstoffaufnahme der Pflanzen beeinträchtigen können. 2
Regenwasser in Regentonnen von Dachflächen aufzufangen ist eine der effektivsten Möglichkeiten, den Leitungswasserverbrauch zu senken. 1 Schon eine einzige Tonne kann einen Großteil des Gießbedarfs in Trockenperioden decken. Leitungswasser sollte nur als letzter Ausweg genutzt werden. 1
Einfache Gewohnheiten, die Wasser sparen
Beete und Rabatten jährlich zu mulchen verlangsamt die Feuchtigkeitsverdunstung an der Bodenoberfläche — eine der günstigsten und wirkungsvollsten Maßnahmen. 1 Auch das Verbessern des Bodens mit organischem Material hilft, Feuchtigkeit länger zu speichern und seltener gießen zu müssen. 1
Wer Pflanzen wählt, die zu Boden und Klima passen, braucht viele davon nach dem Einwachsen kaum noch zusätzlich zu gießen. 1 Diese eine Entscheidung — die richtige Pflanze am richtigen Ort — steht ganz oben auf der Liste wassersparender Gartenratschläge. 1
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