Kurz zusammengefasst: Kohlraupen — Larven verschiedener Schmetterlings- und Falterarten — fressen von Spätfrühling bis Herbst Löcher in Kohlgewächse. Der beste Schutz kombiniert engmaschiges Netz oder Vlies mit regelmäßigen Kontrollgängen, Absammeln von Hand und dem Anpflanzen von Kapuzinerkresse als Fangpflanze.
Was sind Kohlraupen?
Kohl und andere Kreuzblütler dienen den Raupen verschiedener Schmetterlings- und Falterarten als Nahrungsquelle.1 Die zwei häufigsten Schädlinge im Gemüsegarten sind die Raupen des Großen Kohlweißlings und des Kleinen Kohlweißlings, wissenschaftlich bekannt als Pieris brassicae und Pieris rapae.2
Die Raupen des Kleinen Kohlweißlings sind hellgrün und werden bis zu 2,5 cm lang, während die Raupen des Großen Kohlweißlings bis zu 4 cm erreichen und gelb mit schwarzen Flecken gemustert sind.2 Beide Arten können Kohlblätter in kurzer Zeit stark schädigen, wenn man ihre Anzahl nicht kontrolliert.
Wann treten Kohlraupen auf?
Die erwachsenen Schmetterlinge legen ihre Eier von Mai bis Juni und erneut von Juli bis September.2 Das ergibt zwei klar erkennbare Befallswellen über die gesamte Gartensaison — von Spätfrühling bis in den Herbst.2
Der Schaden zeigt sich als ausgefressene Löcher in den äußeren und inneren Blättern der Kohlpflanzen; auch Kapuzinerkresse wird von diesen Raupen befallen.2 Letzteres lässt sich gezielt nutzen — Kapuzinerkresse kann als bewusst angelegte Fangpflanze eingesetzt werden, auf die man Eier und Raupen vom Kohl umsetzen kann.2
Schritt 1: Pflanzen abnetzen
Schutznetz ist die wirksamste Maßnahme gegen Kohlraupen.4 Das Abdecken der Pflanzen mit Kulturschutzflies oder engmaschigem Insektenschutznetz verhindert, dass Schmetterlinge an die Blätter gelangen und Eier ablegen.4
Da es zwei Eiablagephasen in der Saison gibt, lohnt es sich, das Netz frühzeitig anzubringen und konsequent daranzulassen. Achten Sie darauf, die Ränder sorgfältig zu beschweren oder festzustecken, damit Schmetterlinge keinen Spalt darunter finden.
Schritt 2: Eier aufspüren und entfernen
Das Aufsuchen und Entfernen von Eiern ist eine der praktischsten Maßnahmen zu Beginn der Saison.4 Kontrollieren Sie Ihre Kohlreihen regelmäßig und überprüfen Sie die Blattunterseiten auf kleine Eigelege — wer sie vor dem Schlüpfen findet, unterbricht den Befall an der Wurzel.
Das Absammeln bereits geschlüpfter Raupen verhindert weiteren Fraßschaden an der Pflanze. Machen Sie diese Kontrolle zu einem festen Bestandteil Ihres täglichen Gartenrundgangs — nicht nur zu einer gelegentlichen Aufgabe.
Schritt 3: Raupen von Hand absammeln
Das Absammeln von Hand ist eine zuverlässige, chemiefreie Methode.4 Achten Sie besonders auf die Blattunterseiten und die Mittelrippe der Blätter — dort halten sich Raupen bevorzugt auf, vor allem am frühen Morgen.
Führen Sie diese Kontrolle während beider Eiablagephasen regelmäßig durch, um Probleme frühzeitig zu erkennen.
Schritt 4: Kapuzinerkresse als Fangpflanze anbauen
Pflanzen Sie Kapuzinerkresse als Opferpflanze an und setzen Sie alle Eier und Raupen, die Sie auf Kohlpflanzen finden, auf die Kapuzinerkresseblätter um.2 Kapuzinerkresse wird von denselben Raupen befallen wie Kohl — sie zieht die Schädlinge ab, ohne dass Sie etwas vernichten müssen.
Fang- und Ablenkpflanzen sind ein bewährtes Mittel zum Schutz von Kohlgemüse.4 Pflanzen Sie die Kapuzinerkresse nah genug, um Schmetterlinge anzulocken, aber nicht so dicht, dass Raupen einfach wieder auf Ihren Kohl zurückwandern.
Mischkultur — was hilft und was nicht
Eine gezielte Bepflanzung mit Begleitpflanzen kann es eiablegenden Schmetterlingen schwerer machen, Ihre Kohlpflanzen zu finden.4 Wer andere Pflanzenarten unter und zwischen Kohl und Grünkohl mischt, stört die optischen Reize, nach denen Schmetterlinge bei der Wirtspflanzensuche Ausschau halten.
Häufig hört man, dass Zwiebeln Kohlraupen fernhalten — doch Zwiebeln vertreiben die Raupen des Kohlfalters nicht nachweislich.3 Es kann dennoch sinnvoll sein, andere Begleitpflanzen in die Nähe der Kohlbeete zu setzen,3 aber Mischkultur sollte immer nur eine Ergänzung zu Netz und Absammeln sein — niemals ein Ersatz.
Kohlgewächse die ganze Saison schützen
Kohlgemüse wird oft über eine lange Saison angebaut, und bei zwei Eiablagephasen von Mai bis September darf der Schutz nach dem ersten Sommerbefall nicht nachlassen.2 Bleiben Sie von Spätfrühling bis in den Herbst wachsam.2
Eine gleichmäßige Wasserversorgung über einen Unterflur-Bewässerungsspeicher — das Prinzip der GardenStack-Hochbeete — fördert die Pflanzengesundheit und reduziert den Stress, der Kohlpflanzen anfälliger für Schädlingsbefall macht.
Am besten wirkt ein kombinierter Ansatz: Schutznetz als physische Barriere, regelmäßige Kontrolle auf Eier und Raupen sowie ein Beet mit Kapuzinerkresse als Fangpflanze.24 Diese drei Maßnahmen zusammen halten den Kohlraupenbefall über die gesamte Saison unter Kontrolle — ganz ohne Pflanzenschutzmittel.
Häufig gestellte Fragen
Woran erkenne ich Kohlraupenbefall?
Achten Sie auf ausgefranste Fraßlöcher in den äußeren und inneren Blättern Ihrer Pflanzen. Kontrollieren Sie die Blattunterseiten sorgfältig auf kleine Eigelege oder die Raupen selbst — hellgrün beim Kleinen Kohlweißling, gelb mit schwarzen Flecken beim Großen Kohlweißling.2 Beide tarnen sich gut auf den Blattoberflächen.
Wann sollte ich Kohl abnetzen, um ihn zu schützen?
Bringen Sie das Netz vor der ersten Eiablagephase an, die von Mai bis Juni läuft. Da Schmetterlinge in zwei Wellen legen — Mai bis Juni und dann Juli bis September2 — bietet ein durchgehendes Abnetzen beider Phasen den besten Schutz.
Schützt Kapuzinerkresse wirklich vor Kohlraupen?
Ja, Kapuzinerkresse funktioniert gut als Opferpflanze.2 Pflanzen Sie sie neben Kohl und setzen Sie alle Eier und Raupen, die Sie auf Kohl oder Grünkohl finden, direkt auf die Kapuzinerkresseblätter um.2
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